Freitag, 26. Juni, 20h: MISSING PATSY

photo-of-patsy-cline-photo-by-michael-ochs-archives-getty-news-photo-1571412734Unter diesem Titel widmet REBECCA ANOUCHE der großartigen Country-Swing und Rockabilly Queen PATSY CLINE einen Abend mit einem Hauch Nashville. Langjährige „Country“- Erfahrung bringt Rebecca aus ihrer Zeit mit den STOMIX mit. Dieser Abend macht mit einer besonderen – bei uns zu Unrecht in Vergessenheit geratenen – Künstlerin der 50er/60er Jahre bekannt und gibt Einblicke in das kurze und intensive Leben einer mutigen Frau.

 

Rebecca Anouche (GB) – vocals

Christian Paul (A) – lead guitar

Manu Mazé (F) – accordion

Frankie Vetter (A) – bass

Christian Pischel (A) – drums

 

Patsy Cline

Die am 8. September 1932 in Winchester geborene Patsy – ursprünglich Virginia Patterson Hensley – wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und begann sich früh für Musik zu interessieren. Bereits im Alter von 12 Jahren absolvierte sie ihre ersten Auftritte. 1948 hatte sie dank Vermittlung des Country-Sängers Wally Fowler erstmals Gelegenheit, dem Management der Grand Ole Opry in Nashville vorzusingen. Nachdem es zu keinem Engagement kam trat sie weiterhin in ihrer Heimatstadt Winchester auf. Dort schloss sie sich der Band Bill Peer & His Melody Boys an. Peer verdankt die Künstlerin ihren Spitznamen Patsy. Der zweite Teil ihres Künstlernamens stammte aus einer kurzen Ehe mit Gerald Cline, die 1953 geschlossen wurde. 1954 kehrte sie nach Nashville zurück und nahm dort im gleichen Jahr nach ihrem Gewinn bei einem Talentwettbewerb ihre erste Schallplatte auf. Die Schwierigkeit, sich als Frau in dem von Männern dominierten Genre zu behaupten, Plattenverträge, die sie finanziell benachteiligten und ihre künstlerischen Freiheiten beschränkten, längere Durststrecken und Schicksalsschläge wie ein schwerer Autounfall konnten die selbstbewusste Künstlerin nicht aufhalten, an ihren Weg zu glauben. Sie nahm sich in ihren Texten bis dato unangesprochener Themen an, war eine der ersten Frauen, die auch Hosen auf der Bühne trug, tourte unermüdlich und verfolgte ihre Karriere, während ihr Ehemann sich um die Familie kümmerte und sie unterstützte.  Mit Welthits wie “Crazy” – vom damals noch unbekannten Willie Nelson – oder „Walking after Midnight” prägte die Crossover-Künstlerin der Country Music wesentlich den Nashville Sound ihrer Zeit. 1963 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere – im Alter von nur 30 Jahren – kam Patsy Cline bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. 1988 veröffentlichte die kanadische Sängerin K. D. Lang ihr Album Shadowland als Hommage an ihr großes Vorbild.

 

Rebecca Anouche

Geboren in Paris und in London aufgewachsen, lebt die Singer–Songwriterin mit armenisch-deutschen Wurzeln seit über 20 Jahren in Österreich. Ihre musikalische Laufbahn in Österreich begann 1993. Nach zahlreichen Auftritten mit verschiedenen Bands als Leadsängerin arbeitet Rebecca seit 1999 mit ihren eigenen Projekten. Das Repertoire ist sehr vielfältig und spannt sich von Country und Blues über Jazz und Pop bis hin zu Soul und Chansons. In den letzten 20 Jahren entdeckte sie nicht nur die Bühne als ihr Zuhause, sondern auch ihre Freude am Texten und Komponieren. Die Livepräsentation mit wundervollen Musikern und das charmante Geleiten des Publikums durch den Abend macht jedes Konzert zu einem unvergesslichen Ereignis. „Fly away“ wurde von der ACMF zum „Song des Jahres“ gekürt.

 

www.rebecca.co.at

 

Eintritt: € 18.-

 

 

 


Sa, 18. Oktober 2014, 20h, CCW: MADISON VIOLET (CAN)

Madison Violet (1) (c) Nikki OrmerodMADISON VIOLET (CAN)

TOP-NEWS: Madison Violet haben den ganzen Winter im Studio verbracht und für die kommende CD völlig neues Material eingespielt (die CD soll zum Tourstart im Herbst 2014 fertig sein). Mit Einflüssen aus Country, Pop, Electro, Disco und Folk gehen die neuen Songs  in eine sehr frische Richtung, ohne aber ihre eingeschworenen Fans vor den Kopf stoßen zu wollen. Natürlich kommt auch das starke Songwriting der Beiden wieder zum Tragen und die wirklich ansteckenden Kompositionen werden ein völlig neues Publikum begeistern. Man darf großes erwarten!

 

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Nicht nur Bob Dylan ist auf einer „Never Ending Tour“. Auch die kanadischen Sängerinnen und Songschreiberinnen Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac, bekannt als Madison Violet, reisen seit gut elf Jahren fast pausenlos um die Welt. Dabei spielten sie mit so unterschiedlichen Acts wie Hothouse Flowers, Runrig, Ron Sexsmith, Indigo Girls sowie den Temptations und gastierten auf renommierten Festivals wie dem Montreux Jazz Festival und dem TFF Rudolstadt. Inzwischen hat sich der Marathon von über 200 Konzerten im Jahr ausgezahlt.

 

In ihrer Heimat zählt das Duo zur Hautevolee der blühenden Singer/Songwriter-Szene. Und auch in den USA, Australien und Europa sind Madison Violet längst nicht mehr „nur“ ein Geheimtipp für Liebhaber von Akustik-Pop, Folk und Alternative Country. Nach ihrem letzten künstlerischen Triumph mit dem hochgelobten Album „No Fool For Trying“, das ihnen unter anderem den kanadischen Folk-Music-Award 2009, den Sieg beim John Lennon Songwriting Contest „Maxell Song Of The Year“ sowie eine Nominierung für den wichtigsten Musikpreis Kanadas, den Juno, einbrachte, stehen die sympathischen Kanadierinnen mit ihrem neuen Album „The Good In Goodbye“ nun endgültig vor dem großen internationalen Durchbruch.

 

www.madisonviolet.com

 

 

Live-CD „Come As You Are”

On The Road Again – im Fall von Madison Violet kann man das „again“ getrost streichen. Streng genommen sind Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac seit zwölf Jahren ununterbrochen unterwegs und bringen es mühelos auf über 200 Konzerte im Jahr. Wer die beiden Kanadierinnen einmal live erleben durfte, weiß um ihre besondere Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit eine intime Atmosphäre zu erschaffen, in der ihre zwischen Alternative Country, Folk, Bluegrass und Akustik-Pop angesiedelten Songs ganz besonders gut wirken können. Nun war es an der Zeit, diese außergewöhnlichen Konzert-Momente auch einmal auf DVD und CD zu dokumentieren. Das Ergebnis liegt nun vor, heißt „Come As You Are“ und schafft es tatsächlich, den speziellen Geist eines Madison Violet Auftritts fernab der Clubs und Konzerthallen zu reproduzieren.

 

Es war der 4. November 2011, als Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac gemeinsam mit dem Bassisten Adrian Lawryshyn in der Kölner Kulturkirche ein in der Tat denkwürdiges Konzert gaben. Auf Tour waren sie anlässlich der Veröffentlichung ihres von der Kritik hochgelobten Albums „The Good In Goodbye“. Tatsächlich aber gaben die beiden Sängerinnen und Songwriterinnen einen faszinierenden Überblick über ihr gesamtes bisheriges Schaffen, angefangen bei der EP, mit der 2002 alles begann. Von dieser Platte, die so hieß wie das Duo damals – Mad Violet, nicht Madison –, schaffte es „Haight Ashbury“ auf die Setlist. Ein Song, der so viele Merkmale aufweist, die die Kunst von Brenley und Lisa ausmachen: Perfekter, wunderschöner Harmoniegesang, technisch präzises Spiel mit großem Ausdrucksvermögen, ausgereiftes Songwriting und eine enorme Intensität. Diese Intensität rührt nicht zuletzt daher, dass Madison Violet sich live ganz auf den jeweiligen Kern ihrer Lieder konzentrieren, den Sound also so weit reduzieren, bis die Essenz offen daliegt und ihre ganze Wirkung entfalten kann. „The Ransom“ – Opener des 2009er Albums „No Fool For Tryin’“ und jetzt auch der Live-CD und -DVD – zeigt gleich, wo der Weg langgeht und wie viel Schönheit man auf ihm erwarten darf: Da sind zwei Künstlerinnen ganz bei sich – im Bewusstsein, dass es bei ihnen nur zwei Gitarren und ihren Gesang braucht, um das Publikum vollends in ihren Bann zu schlagen. 

 

Später gesellen sich – neben Adrian Lawryshyns warm klingenden Akustikbass – noch weitere Instrumente hinzu und setzen feine Akzente, so etwa die von Lisa gespielte Violine, die bei der ergreifend schönen Americana-Ballade „I’m Your Lady“ ebenso zur Geltung kommt wie bei dem ausgelassenen Bluegrass-Wirbelwind „Cindy Cindy“. Brenley wiederum greift gelegentlich zur Mundharmonika, so etwa beim sehnsüchtigen Titelstück der DVD/CD. Und manchmal ist es auch das Publikum, das den Sound effektvoll unterstützt – natürlich nur dann, wenn die beiden Künstlerinnen charmant darum gebeten haben. Kommen die Zuschauer beim zarten „Small Of My Heart“ noch ohne Wörter und somit auch ohne Textkenntnisse aus, um sich chorgewaltig und stimmungsvoll am Gesamtkunstwerk zu beteiligen, benötigen sie beim abschließenden „All Apologies“ schon Instruktionen von der Bühne. Kann ja nicht jeder die Texte Kurt Cobains kennen. Wie, Kurt Cobain? In der Tat. „All Apologies“ ist im Gegensatz zu „Come As You Are“ tatsächlich ein Nirvana-Cover und beweist eindrucksvoll, dass in Grunge auch ganz viel Mandolinen-befeuerter Bluegrass steckt. Darauf muss man allerdings auch erst mal kommen. Und obendrein die nötige Spielfreude und Perfektion mitbringen, um die überraschende Erkenntnis bestens gelaunt und formvollendet in Töne umzusetzen. Bei Madison Violet ist das kein Problem. Was sie sich als nächstes einfallen lassen? Auf die Antwort muss man nicht lange warten: Die nächste Europa-Tour steht selbstverständlich schon wieder an.