Nach dem großen Erfolg im Vorjahr (wir zeigten „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth) ist es auch für heuer gelungen einen absoluten Theaterklassiker nach Stainach zu holen. Biedermann und die Brandstifter ist ein Drama des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Es handelt von einem Bürger namens Biedermann, der zwei Brandstifter in sein Haus aufnimmt, obwohl sie von Anfang an erkennen lassen, dass sie es anzünden werden. Er unterwirft sich ihnen psychologisch, biedert sich an und behandelt sie wie Freunde. Als die Männer ihm offen ins Gesicht sagen, dass sie Brandstifter sind, hält er dies für einen Scherz. Als die Situation eskaliert und die Männer Zündhölzer fordern, gibt Biedermann ihnen diese, in der falschen Hoffnung, dass sein Haus verschont bleibt. Am Ende gehen sein Haus und die gesamte Stadt in Flammen auf.
Das Stück ist eine Mischung aus komischen und makabren Elementen mit düsterem Thema und Ende. Allerdings ist es kein tragisches Stück, denn der Protagonist Biedermann geht nicht bewusst und zwingend um eines erhabenen Wertes willen in eine Katastrophe, sondern er erleidet aus Feigheit, Dummheit und Verblendung ein vermeidbares „Schicksal“. Der Klassiker hat bis heute nichts an Aktualität verloren und ist wichtiger in seiner Aussage denn je, aber auch das Komödiantische und der bittere Humor kommen nicht zu kurz.
Es spielen: Ronja Abl, Gregor Brandstätter, Michael Mischinsky und Leon Poznanski
Regie: Peter Josch
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