Freitag, 27. September 2013, !!! 19h !!!, CCW: SCHNITTPUNKT 4 (Film & Konzert)
„Oh Yeah, She Performs!“ & CLARA LUZIA live!
Das junge Format ccw.schnittpunkt lädt zur Dokumentarfilmvorführung „Oh Yeah, She Performs!“ (A 2012, 101 Minuten, Regie: Mirjam Unger) über vier außergewöhnliche Frauen, die ein Traum verbindet: Eigene Musik zu komponieren, zu produzieren und davon leben zu können, ohne Kompromisse! GUSTAV aka Eva Jantschitsch lässt uns hinein in die intimsten Bereiche ihres Schaffens, etwa in ihr ganz privates Heimstudio, in den abgefuckten Probekeller zu Bandproben und hinter die Bühne bei großen Auftritten. Sie spricht über das Gefühl des Ausgeliefertseins während der Performances, den Erwartungsdruck von außen und ihre Rolle als Mutter. CLARA LUZIA aka Clara Humpel teilt mit uns all die Schwierigkeiten, die ihr das Musikerinnenleben eingebracht hat, etwa gesundheitliche Probleme und prekäre finanzielle Engpässe. Sie spielt und singt vor dicht gedrängtem Publikum bei großen Konzerten, lässt uns die Albumaufnahmen in einem verlassenen Bauernhaus filmen und sie zu neugierigen Presseinterviews begleiten. TERESA ROTSCHOPF treffen wir zunächst als Frontfrau der Discoband Bunny Lake, von der sie sich mit der Zeit immer mehr emanzipiert. Sie beginnt eigene Songs zu schreiben und diese mit dem Wiener Produzentenwizzard Patrick Pulsinger einzuspielen. Der Film begleitet sie bis nach New York City, wo sie nun solo und völlig selbstbestimmt ihre eigenen Stücke performt. LUISE POP aka Vera Kropf komponiert Songs in der Tradition des Surf Punk und der Riot Girls. Nicht nur, dass sie singt, schreibt und die Band leitet, sie ist zudem eine herausragende E-Gitarristin, und wir können ihr dabei zusehen, wie sie mit elektrischer Gitarre und ihrer Stimme über sich hinauswächst, bei der Probe im Kleingartenhaus sowie auf Tour durch die Nachbarländer. Die vier erzählen über Band-Alltag off-stage, Nervosität back-stage und Adrenalin on-stage.
Letzteres dürfen wir beim Konzert von CLARA LUZIA im Anschluss live erleben. Die Wienerin ist auf ihrem neuen Album „We Are Fish“ den Lagerfeuergitarren entwachsen, die musikmachenden Frauen gerne umgehängt werden. Clara Luzia hat es satt. Die Beschreibungen „fragil“ und „zart“, das traurige Gezupfe auf der Gitarre, die viel zu eng und falsch beklebte Schublade „Singer Songwriter“. Jene VeranstalterInnen, die noch immer Sessel in die Konzertsäle schleppen, wenn Luzia sich ankündigt, werden viel zu tun haben, diese schnell wieder in den Keller zu räumen. Clara und ihre Band braucht Platz – für laute Gitarren, ein fettes Schlagzeug, ein wahnsinniges Cello, zerrende Bässe und – ja, Platz auch für die leisen Momente, die es braucht, um wieder Anlauf nehmen zu können für die nächste Explosion. Das 2011-er Album „Falling Into Place“ war die Ruhe vor dem Sturm. Bereits die Tour zu dieser Platte kündigte an, was auf „We are fish“ nun auch im Studio umgesetzt wurde: Die Freude am Lärm, die Lust am Klotzen. Aber Clara Luzia tut sich schwer mit entweder/oder. Daher: Kein laut ohne leise. Dass erst die Kombination den Reiz ausmacht, davon hat sie uns schon lange überzeugt.
Clara Luzia (vocals, guitars)
Heidi Dokalik (cello, backing vocals)
Ines Perschy (drums, backing vocals)
Max Hauer (piano, bass, guitar)
PauT (clarinet, bass)
Freitag, 20. September, !!! 19h !!!, CCW: SCHOTTLAND (Film & Musik & Whisky)
MY HEART IS IN THE HIGHLANDS
Der Grimming wittert schottischen Wind
DR. BOTTLE alias DI Bernd Brünner aus Graz – www.drbottle.at – stimmt uns mit edlen Destillaten auf schottische Gefilde ein und schult unsere Gaumen für Runde Zwei des Abends:
ANGELS‘ SHARE – EIN SCHLUCK FÜR DIE ENGEL
GB/F/BEL/I 2012, 101 Minuten
Regie: Ken Loach
Ocean’s Elven auf Schottisch: Mit Angels‘ Share legt Regie-Altmeister Ken Loach eine vielschichtige Milieustudie mit komödiantischem Anstrich in der Tradition von Riff-Raff oder Raining Stones vor. Erneut setzt der Brite dabei auf die Authentizität seiner Laiendarsteller, mit denen er für seine Verhältnisse eine ungewohnt leichtfüßig in Szene gesetzte Geschichte erzählt, die sich nach einem recht drastischen Einstieg sogar noch zu einer Art Heist-Movie wandelt. Das Leben hat es bislang nicht gut gemeint mit Robbie: Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen ist der junge Schotte schon wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten und auch diesmal schrammt er nur um Haaresbreite an einer Gefängnisstrafe vorbei. Zusammen mit anderen jugendlichen Delinquenten wird er zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Der für sie zuständige Sozialarbeiter Harry hat ein großes Herz und schafft es, eine Verbindung zu den Jugendlichen herzustellen. Als er sie mitnimmt, um eine Whisky-Destillerie zu besuchen, kommt Robbies großes Talent für das „Wasser des Lebens“ zu Tage. Der Junge ist ein Naturtalent: Spielend leicht erschließt er sich die Feinheiten des Herstellungsprozesses und die unterschiedlichen Geschmacksnuancen. Aus Liebe zu seiner schwangeren Freundin will Robbie die Chance nutzen, sein Leben endgültig zum Besseren zu wenden. Als die Jugendlichen erfahren, dass ein Fass des teuersten Whiskys der Welt zur Versteigerung kommen soll, beschließen sie, ein paar Flaschen davon für ihre eigenen Zwecke abzuzweigen. Übrigens: Mit dem Engelsanteil oder auch „Schluck für die Engel“ ist der Anteil des Whiskys gemeint, der im Laufe seiner Lagerung aus dem Fass verdunstet. Und einen Schluck für die Engel gönnt sich auch Loach, der die sozialkritische Gaunerkomödie im Vergleich zu früheren Filmen deutlich milder enden und seine Charaktere letztlich sogar hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Angels‘ Share wurde bei den Filmfestspielen von Cannes 2012 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.
Das Zwischenspiel:
Wie sagen die Schotten so schön treffend? Ein Glas Whisky ist fabelhaft, zwei sind zu viel, drei sind zu wenig. Eine kurze Einweihung in die Geheimnisse die Welt der Herkunft und Herstellung edler Tropfen begleitet den Ausflug unserer Gaumen in die Destillerie, die Robbies Leben so verändern sollte. Verkostung eines im Film vorkommenden Whiskys.
Im dritten Teil des Abends kommen nun auch unsere Ohren auf ihre Kosten bei SIGI LEMARRA & FRIENDS! Der Wörschacher Künstler mit mittlerweile weltweiter Konzerterfahrung baut uns via Hackbrett – englisch so wohlklingend hammered dulcimer genannt – auf seine einzigartige Weise musikalische Brücken über den Ärmelkanal und zurück. Hierzulande braucht man ihn nicht mehr vorzustellen. Interessantes über den Künstler und Menschen Sigi Lemmerer erfahren wir aber, wenn wir ihn selbst zu Wort kommen lassen:
http://www.youtube.com/watch?v=oAL_uNf6m6I

