Donnerstag, 7. Jänner, 20h: FAMILIE LÄSSIG (Ausverkauft!)
AUSVERKAUFT! „Zwischen Orten und Tagen“ - Tour 2016
Zwischen den Orten und Tagen. Schon der Titel ist gestohlen. Von der wundervollen Hamburger Band Fink. Die Prinzen singen „es ist alles nur geklaut“. Aber ist die Geschichte des Rock ‘n’ Roll nicht seit Jahrzehnten ein einziges Wiedergängertum? Oder wie Funny van Dannen sagt: „Die Akkorde sind doch seit Bob Dylan die selben!“ Der Direktor eines Stundenhotels erzählte mir: „Jedes Hotel der Welt ist ein Stundenhotel, aber wir spielen mit offenen Karten!“ Die Familie Lässig spielt auch mit offenen Karten. Wir haben unsere Lieblingsstücke, ein paar Themen und den einen oder anderen schmutzigen Witz im Gepäck. Alles andere passiert genau an jenem Abend, an dem wir auf Sie treffen, liebes Publikum! Doch ich darf Ihnen versichern: Gunkl improvisiert druckreif, Gerald Votava ist noch immer der liebenswerteste Anarchist des Landes, Cathi Priemer-Humpl beim Schlagwerken zu sehen ist ein Ereignis und Boris Fiala spielt 29 Instrumente und ist trotzdem der bescheidenste Mensch, den ich mir vorstellen kann. Kyrre Kvam begibt sich leider in eine familiäre Pause, da er in Köln Theater macht. Diesmal präsentieren wir Stücke von Georg Danzer, Serge Gainsbourg, Hansi Dujmic, Wir sind Helden, Element of Crime, Ostbahn Kurti, Nils Koppruch, Funny van Dannen, Andreas Rebers, Fink, Udo Jürgens, Herbert Grönemeyer, 2 Raum Wohnung, Maike Rosa Vogel, Max Raabe und einige mehr. Die drei großen R stehen noch immer im Vordergrund. Wir wollen ROCKEN, ROLLEN und RÜHREN. Packen Sie Ihre Familie und Ihre Freunde ein, wir freuen uns auf Sie!
Manuel Rubey und die Familie Lässig
Sonntag, 20. Dezember, 18h: ... AUF AMOL !!!
Jetzt, Leuteln, jetzt loost's amal zua!
Mein Gsangl is wohl a weng alt,
Es is aba dennascht schö gnua.
I moan, daß 's enk allesamm gfallt.
Eine Steinbauer & Dobrowsky Weihnachtsproduktion mit Musik nach Ludwig Thomas‘ HEILIGE NACHT
"Es mag mir vielleicht als Rührseligkeit ausgelegt werden, wenn ich gestehe, dass ich die Heilige Nacht beim Lesen so empfinde, als säße ich als Kind wieder in der warmen Stube und sähe all das Göttliche dieser Legende so menschlich und geheimnisvoll, als wär’s etwas, das jedem von uns geschehen könnte." (Oskar Maria Graf)
Frei von falscher Sentimentalität entwarf 1917 der bayerische Dichter Thoma seine Version der Heiligen Nacht nach dem Lukas Evangelium in Versform. Umso bedauerlicher, dass der in seiner Schlichtheit berührende Text in Thomas Heimat seit Jahrzehnten zur „Pflichtvorstellung“ geworden ist. Meist volkstümelnd und gefühlig um Tradition bemüht, entwickeln zahllose Aufführungen mit Harfenklang, Kindersopran und Bühnenprominenz eben das Pathos, das die ursprüngliche Direktheit und den Charme des Textes gänzlich vermissen lassen. Steinbauer & Dobrowsky nehmen sich der Vorlage in ihrer eigenen Unkompliziertheit an und holen sich das Wunder wie weiland der Autor nach Bayern schlicht in die Steiermark. Auf der Suche nach Entschleunigung und unsentimentaler Feierlichkeit in der rasantesten Zeit des Jahres stehen dem Duo neben einem starken Text ein wahrhaft gefühlvoller Musiker zur Seite: Der Bassist Reinhard Ziegerhofer entwickelte die musikalische Dramaturgie zu Ludwig Thomas Heilige Nacht, die bis heute die liebenswürdigste Version vom Beginn der „größten Geschichte aller Zeiten“ ist.
Dorothee Steinbauer & Wolfgang Dobrowsky – Konzept, Regie & Darstellung
Reinhard Ziegerhofer – Musikkonzept/Komposition & Spiel
Donnerstag, 10. Dezember, 20h: FROZEN RIVER
FROZEN RIVER – Auf dünnem Eis USA 2008, 97 Minuten, Regie: Courtney Hunt. Pünktlich zum Weihnachtsfest muss Ray Eddy einsehen, dass ihr spielsüchtiger Mann nicht von seiner aktuellen Eskapade wiederkehren wird. Ebenso verschwunden sind sämtliche Ersparnisse und damit die Chance, der Tristesse des Trailerparks an der amerikanisch-kanadischen Grenze zu entkommen. Den Familienwagen findet die zweifache Mutter dennoch wieder, gerade als die Mohawk Lila das Vehikel stehlen will. Das erste Treffen der beiden Frauen endet brüsk. Doch dann kehrt die verzweifelte Ray zurück, um auf einen waghalsigen Deal einzusteigen: Gemeinsam mit Lila schmuggelt sie im Kofferraum illegale Einwanderer über einen zugefrorenen Grenzfluss. Den Lohn dafür hat sie bitter nötig, will sie weiterhin für ihre Kinder sorgen können. Und so lässt sich Ray auf weitere Passagen und damit ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei ein... Ein grandioses Plädoyer für Menschlichkeit, das sich jeglicher Verurteilung enthält und: Für Quentin Tarantino der atemberaubende Thriller des Jahres 2008!
Jan Hamms Kritik auf filmstarts.de:
„Das Handlungsgerüst ist simpel: Eine White-Trash-Mum wird kriminell, um zu überleben. Leicht hätte daraus ein Rührstück über den existenziellen Kampf der amerikanischen Unterschicht werden können. Doch Hunt gelingt es, den impliziten Kitsch zu neutralisieren, indem sie ihre Geschichte mit kühlem Realismus inszeniert und moralisierende Exkurse vermeidet. Einfühlsam verortet sie Rays kriminelle Energie in ihrer verzweifelten Wirtschaftslage, ohne aus den Augen zu verlieren, welchen Schaden ihre Protagonistin damit anrichtet. Hunt verdeutlicht schonungslos, dass der kriminelle Überlebenskampf, so unvermeidlich er sein mag, nichts Heroisches an sich hat. Kaum subtil, dafür dank der ausgezeichneten Fotografie sehr effektiv, spiegeln die geisterhaften Winterlandschaften am Ufer des „Frozen River“ das Seelenleben der Figuren wieder. Auch hier bleibt Hunts Drehbuch konsistent und schildert das Verhältnis zwischen Ray und Lila ohne jegliche Spur von Sentimentalität. Die beiden sind keine Freundinnen, zu Beginn nicht und am Ende kaum mehr. Was sie eint, ist ihr Überlebenswille. Hunt geht es nicht darum, Rays Vorgehen zu hinterfragen, sondern darum, dass sie überhaupt die Kraft hat, den Herausforderungen als sozial schwache, alleinerziehende Mutter entgegenzutreten. Abseits aller moralischen Fragen feiert „Frozen River“ den Wert der Familie, ja der Zwischenmenschlichkeit überhaupt, als Gegenentwurf zum überwältigenden Materialismus und als Motor des Überlebenskampfes. Und deswegen entgleitet der Film trotz all der Finsternis nie ins Depressive. Ein kleines Kunststück, das vor allem dank Melissa Leos ausdrucksstarkem Spiel glückt. „Frozen River“ ist eine sensible Beobachtung kritischer sozialer Verhältnisse, die ihre Fragen bewusst offen lässt.
Großer Preis der Jury beim Sundance-Festival!
Donnerstag, 10. Dezember, 16h: MORGEN, FINDUS, WIRD'S WAS GEBEN
DK/S/D 2005, 74 Minuten, ab 4 Jahren. Zeichentrick nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Sven Nordqvist. Kurz vor Heiligabend schnappt Findus ein Gespräch auf, bei dem Kinder sich über den Weihnachtsmann unterhalten. Von dem hatte der kleine Kater vorher nie etwas gehört, und so eilt er zu Pettersson um ihn mit Fragen nach diesem geheimnisvollen Burschen zu löchern. Pettersson glaubt natürlich schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann, manövriert sich aber in die Bredouille, indem er Findus die Geschichte von dessen alljährlichem Besuch mit Geschenken erzählt. Der hat von nun an nur noch einen Wunsch: Der Weihnachtsmann soll unbedingt an Heiligabend bei den beiden vorbeischauen, und Pettersson lässt sich in einer schwachen Sekunde von Findus dieses Versprechen abnehmen. Jetzt ist guter Rat teuer: Der griesgrämige Nachbar Gustavsson hat nämlich so gar keine Lust, sich den roten Wams überzuwerfen und erinnert den Erfinder lieber daran, dass er für die Weihnachtsfeier des Dorfes noch einen ganzen Wagen voll Holzfiguren zu schnitzen habe. Da kommt Pettersson die rettende Idee: Eine Weihnachtsmann-Maschine muss her!
Mittwoch, 4. November, 19h: DAS SALZ DER ERDE
Dokumentation, I/F/BRA 2014, 110 Minuten, Regie: Wim Wenders.
Die Unbestechlichkeit von schwarz und weiß: Untrüglichen Blick und weites Herz beweist der Fotokünstler Sebastiao Salgado. Kaum ein fotografisches Oevre ist so geprägt von Empathie. Gemeinsam mit Salgados Sohn – dem Regisseur Juliano Ribeiro Salgado – gelingt Wim Wenders mit SALZ DER ERDE ein bewegendes Porträt des vornehmlich S/W fotografierenden Künstlers. Nach 40 Jahren Konfrontation mit den „Infernos“ der Erde wendet sich der Brasilianer mit GENESIS den letzten Paradiesen zu. Im Jahr 2004 begann Salgado sein Projekt, um das makellose Gesicht der Natur und der Menschheit abzubilden. GENESIS besteht aus einer Reihe von Landschafts- und Tieraufnahmen sowie aus Fotos von menschlichen Gemeinschaften, die im Einklang mit ihren alten Traditionen und Kulturen leben. Dieses Werk wurde als ein möglicher Weg der menschlichen Wiederentdeckung in sich selbst und in der Natur konzipiert. Im Frühjahr 2013 wurden zwei Bücher zu „Genesis“ im Verlag TASCHEN in sechs Sprachen veröffentlicht. Zeitgleich begann die weltweite Wanderausstellung GENESIS. Das intensive Filmporträt SALZ DER ERDE kann durchaus als Hommage an die Schönheit unseres Planeten verstanden werden. Ein Film, der dank des Menschen Salgado Mut macht, hier wie da hinzusehen und uns Visionen für die Zukunft beschert.
Wir freuen uns im Anschluss an die Filmvorführung auf eine spannende Gesprächsrunde mit Ute Gross (Kleine Zeitung), Gerald Horn (Psychologe), Hans Kraxner (Kameramann), Armin Walcher (Fotograf) und Moreau (Chefredakteur Brennstoff) als Gesprächsleiter.
Samstag, 28. November, 20h: MARIA SERRANO (ESP)
MARIA SERRANO (ESP) - Die Königin des Flamencos. Die spanische Ausnahmetänzerin präsentiert ihre besten Choreographien, begleitet von einer hochkarätigen Band. Als Maria Serrano erstmals als Starsolistin mit Carmen begeistert gefeiert wurde, schwärmte die renommierte Süddeutsche Zeitung: „Maria Serrano tanzt Carmen. Eine Carmen, wie sie sich Georges Bizet nicht, wie sie sich kein Mann besser hätte ausmalen können.“ André Heller schrieb über Maria Serrano: „Maria Serrano ist ein vulkanisches Ereignis. Sie tanzt ihre Eingebungen ins Reine. Manchmal glaubt man, sie wäre von Springteufeln besessen und Augenblicke später gehört sie ganz den abgründigsten Melancholien. Ihre Kunst bleibt stets im Magischen beheimatet. Man kann es nicht erklären, nur bewundern.“ Schöner kann man es eigentlich nicht ausdrücken.
Seit frühester Kindheit kam Maria Serrano in ihrer Heimatstadt Sevilla mit einer Vielzahl von Flamenco- Stilen und herausragenden Lehrerinnen und Lehrern in Verbindung. Schon bald entwickelte sie ihre eigene, expressive und sensible tänzerische Ausdrucksform. 1993 wurde sie von André Heller für seine Produktion „Magneten“ ausgesucht und verzauberte in dieser Show 6 Monate lang das Publikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den Jahren zwischen 1995 und 1998 tourte Maria Serrano in verschiedenen Formationen kreuz und quer durch Europa. Fernab von „Carmen“-Hype und Flamenco-Klischee machte sie sich mit ihrer im Jahr 2000 gegründeten „Compañia Maria Serrano“ europaweit einen Namen. Mit ihrem Soloprogramm „Flamenco – por derecho“, in etwa mit „Flamenco mit aufrechtem Gang“ übersetzt, zeigt Maria Serrano die ganze Bandbreite ihres interpretatorischen Könnens: Melancholisch und stark, verwundbar und explosiv, gravitätisch und spontan.
Maria Serrano – Idee, Choreographie & Tanz
Carmen Fernandez – Vocals
Christian Cabello – Gitarre
Pablo Pradas – Bass
David Bermudez – Percussion
Gustavo Perez – Lichtdesign
Freitag, 20. November, 20h: RINGSGWANDL +++ AUSVERKAUFT! +++
AUSVERKAUFT! - RINGSGWANDL: Deppert, aber munter. Bandkonzert vom „Paradiesvogel, der immer gekonnter fliegt“ (Hannoversche Allgemeine)
„Ich bin ein gesamtgesellschaftliches Seismometer und meine Nadel schreibt die Songs. Mein Hirn ist ein Radiowellenempfänger und mein Maul der Lautsprecher, der die empfangenen Strahlen in Geschichten verwandelt. Zu hören gibt es alte Reißer und frisches Gwachs. Songs von der Disco-Extase zur Beerdigung und teure Choreographien vom krummen Gestell.“
Christian Diener – E- und Kontrabass
Daniel Stelter – Gitarren, Mandoline
Tommy Baldu – Schlagzeug
"… ein bayerischer Bob Dylan", schrieb die Süddeutsche Zeitung schon vor 20 Jahren.
„Ein Punk-Qualtinger, ein Valentin des Rock'n 'Roll, ein bayerisches Genie. Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtipp der Verirrten. Der Oberarzt als Punk, verhauter Rock'n 'Roller und intellektueller Robin Hood.“ (Die Zeit)
www.ringsgwandl.com
Bild: (c) Christian Kaufmann
Freitag, 30. Oktober, 20h: GIORGIO CONTE (ITA)
GIORGIO CONTE (ITA). Giorgio ist nicht mit Paolo zu verwechseln. Wo der Weltstar Paolo Conte sich selbst inszeniert, punktet der kleine Bruder Giorgio mit gekonntem Understatement. Er zählt zu den Leisen im Lande. Ein Poet mit einer großen Portion Selbstironie. Angefangen hat alles zu Hause in Asti im Piemont mit den Schallplatten der Eltern, mit französischen Chansons, amerikanischem Jazz, den der Papa, ein Notar, am Klavier improvisierte, mit italienischer Volksmusik.
Dann gab es die ersten Bandgründungen - noch immer im Elternhaus - Paolo saß am Vibrafon, Giorgio am Schlagzeug. Bald schrieben und komponierten sie gemeinsam erfolgreiche Lieder, Paolo die Texte, Giorgio die Musik. Beide studierten Rechtswissenschaften, beide wurden Anwälte, beide führten ein Doppelleben zwischen Akten und Noten, Kanzlei und Bühne. Als Adriano Celentano Paolo Contes Lieder wie "Azzurro" in internationale Hits verwandelte, trennten sich die Wege der Brüder. Während Paolo langsam, aber sicher den Weg einer Weltkarriere beschritt, fuhr Giorgio fort, Lieder für italienische Stars wie Mina, Milva, Ornella Vanoni, Francesco Baccini oder Fausto Leali zu schreiben.
Immer wieder büchste er aus dem Anwaltsleben aus. Ob auf der Theaterbühne, hinter dem Radiomikrofon oder wie in den letzten Jahren als bereits preisgekrönter Buchautor - Giorgio Contes Kreativität ist nicht zu bremsen. Trotz aller frühen Erfolge führte Giorgio Conte seine Anwaltskanzlei bis in die 90er Jahre weiter.
Doch dann, 1993, kam die große Wende: Er trat bei Italiens berühmtestem Festival für anspruchsvolle Chansons auf, dem "Premio Tenco" (benannt nach dem früh verstorbenen Cantautore Luigi Tenco, der sich 1967 eine Kugel in den Kopf jagte, nachdem er beim Festival von San Remo nicht das Finale erreicht hatte). Dem damals 52-jährigen Giorgio Conte wurde schlagartig klar, dass er von nun an nur noch von seiner Kunst leben wollte und er tat, wozu sich sein vier Jahre älterer Bruder lange vor ihm durchgerungen hatte, er hing den Anwaltsberuf an den Nagel. Für immer.
Noch im selben Jahr erscheint sein Album "Giorgio Conte". Das Cover zeigt ihn an seinem Schreibtisch sitzend, dem Anwaltsschreibtisch ohne Anwalt, denn dieser Giorgio Conte, der jetzt dahinter sitzt, hält ein Pferd am Zügel, das rechts aus dem Bild schaut. Dieser hintergründige Humor ist sein Markenzeichen.
Jungen Kollegen und Kolleginnen rät er heute, anfangs so viel wie möglich aufzutreten, sei die Gage auch noch so gering. Genau das hat er selbst am Beginn seiner Karriere als Vollzeit-Chansonnier getan: 400 Konzerte in halb Europa gefolgt von einer Tournee durch Kanada, wo er 1996 als einziger nicht frankofoner Künstler beim "Festival de la chanson française" auftritt - im berühmten "Forum" von Montréal. Dort wird er sogar mit dem legendären französischen Chansonnier George Brassens verglichen.
Regelmäßig erscheinen neue Alben, manche von ihnen werden mit Preisen ausgezeichnet und Giorgio Conte entwickelt seinen unverwechselbaren Stil. Diese Mischung aus Retro-Charme mit französischem Flair, ein bisschen 20er, 30er Jahre, ein bisschen "Roaring Fifties"und "Swinging Sixties" - ein Gastgarten mit bunten Glühbirnen, ein tanzendes Pärchen, die erträgliche Leichtigkeit des Seins, das ist vielleicht Giorgio Contes Botschaft eingerahmt von Nostalgie, gespickt mit Ironie und eben jenem feinen, leisen Humor. Ein Seigneur und ein Geschichtenerzähler vom Scheitel bis zur Sohle. Deshalb möchte er auch nah dran sein an seinem Publikum, er braucht fürs Erzählen den Augenkontakt. Dass er nur mit erstklassigen Musikern auftritt, versteht sich von selbst. Die kleine Band ist bestens eingespielt, jeder weiß zu jeder Minute genau, was er zu tun hat, obwohl alles wie improvisiert wirkt.
Eines seiner nachdenklichsten Lieder (Cos'è mai la vita?) ist eine kleine Lebensphilosophie und zugleich gibt Giorgio Conte sehr viel von sich selbst darin preis: "Was ist wohl das Leben? Hm, das Leben ist das Leben. Andere Antworten hab ich nicht, vielleicht ist es eine Kapriole, ein Salto Mortale, der eine unterhält sich bestens, der andere verletzt sich dabei. Das Leben ist gestern, ist heute. Morgen - davon hat keiner eine Ahnung. Wir müssen stark bleiben, das Meer und den Himmel durchschauen, während des Unwetters Unterschlupf suchen und danach wieder heraus kriechen, um uns an der Sonne zu wärmen. Mit dem Leben spazieren gehen, solange das Leben das will."
Mirjam Jessa, Ö1
Samstag, 17. Oktober, 20h: CATHERINE RUSSELL (USA)
CATHERINE RUSSELL (USA). Catherine Russell ist die Tochter von Luis Russell – dem ehemaligen musikalischen Direktor Louis Armstrongs – und Carline Ray, einer gefragten Bassistin, die u. a. für den Marsalis-Clan in die Saiten griff. Natürlich hat „Onkel Satchmo” auch Catherines musikalischen Weg beeinflusst, ebenso aber auch die langjährige Bühnenerfahrung als Sängerin/Keyboarderin und Percussionistin von David Bowie, Paul Simon, Madonna, Jackson Browne, Cindy Lauper u. a., mit denen sie bei großen Welttourneen jahrzehntelang den Globus umrundete, bis sie 2006 beschloss „ihr Ding” zu machen, sich auf ihre musikalischen Wurzeln zu besinnen und mit ihrer ersten CD „Cat” gehörig Staub aufwirbelte.
Mit ihrer grandiosen Stimme und wundervollen Band deckt sie ein breites musikalisches Spektrum amerikanischer Roots-Music ab – von Blues über Soul, Swing und Jazz! Ihr Können lässt sich auch an einer schier unerschöpflichen Anzahl von Preisen und Auszeichnungen nachweisen: Sie gewann den Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Jazz, wurde von der „Academie du Jazz” mit dem Prix du Billie Holiday ausgezeichnet und erhielt einen Grammy für den Soundtrack zur TV-Serie „Boardwalk Empire“ – um nur einige Preise zu nennen. Mit ihrem dritten Album „Inside This Heart Of Mine” führte sie erstmals die amerikanischen Jazz-Charts an, und erntete weltweit sensationelle Kritiken. Noch mehr Charts-Platzierungen gab es dann mit „Strictly Romancin” und die neue CD „Bring it Back” katapultierte sie endgültig in den Jazz-Olymp und längst ist sie Stammgast bei den ganz großen Musikfestivals.
Auf der Tour im Oktober ist sie mit ihrem aktuellen Album „Bring It Back“ zu hören. Zahlreiche Jazz-Magazine haben die Platte als eines der besten Alben des Jahres genannt, darunter NPR Music, Downbeat, Roots Music Report und Curt’s Jazz Cafe. Jazz, Blues, Soul und Swing – das Repertoire von Catherine Russell ist so groß wie ihre Bühnenpräsenz!
Catherine Russell – voc
Matt Munisteri – guit
Mark Shane – piano
Tal Ronen – bass
Samstag, 10. Oktober, 20h: MALLY - GASSELSBERGER - MORO
MALLY – GASSELSBERGER – MORO. "Sir" Oliver Mally zelebriert sein 30-jähriges Bühnen-Jubiläum mit der neuen CD SHAPESHIFTERS im Gepäck! "Sir" Oliver Mally und Martin Gasselsberger mögen aus verschiedenen "Welten" der Musik stammen – mit ihrem neuen Konzertprogramm beweisen sie jedoch, dass sich Contemporary Blues, Singer/Songwriting und melodischer Jazz wunderbar ergänzen. Die beiden Ausnahmekünstler spielen fast ausschließlich eigene Songs, die sich teils in der Tradition eines Steve Earle oder Townes van Zandt bewegen aber auch von Blues-Legenden wie z.B. Muddy Waters, Lightnin' Hopkins, John Lee Hooker etc. stark beeinflusst sind. Ohne jedoch Wert auf "Ton für Ton"-Reproduktionen zu legen, wird auch hierbei kompromisslos die persönliche Note betont und den Titeln nachhaltige Eigenständigkeit verliehen. Aufgrund der feinnervigen Zusammenarbeit und des Gefühls für Atmosphäre ist ein musikalisch spannender Abend garantiert. Martin Moro und Oliver Mally kannten einander seit gut 25 Jahren, hatten aber eigenartigerweise noch nie miteinander gespielt. Das sollte sich schlagartig ändern, als die beiden im Rahmen eines Benefizkonzertes musizierten. Ein für beide Seiten schicksalhaftes Ereignis. Die beiden stellten fest, dass sie sich musikalisch blind und schon beinahe beängstigend gut verstanden. Schon bald war klar, dass es nicht bei einem Konzert bleiben würde, und weitere Auftritte folgen mussten. Zuviel an musikalischer Intensität, Spielfreude und neuen gemeinsamen Gefilden gab es zu entdecken. Mittlerweile hat Martin Moro auch Oliver Mallys neues Album "ol´dogs, nu yard" produziert.
„Sir“ Oliver Mally – guit, voc
Martin Gasselsberger – piano, keys, voc
Martin Moro – guit, slide guit, mandolin









